Ein Kabelkanal im Lowboard statt sechs loser Leitungen
Hinter den meisten Lowboards sieht es aus wie auf einer Baustelle: sechs oder sieben lose Leitungen, die sich über den Boden schlängeln, dazwischen ein Mehrfachstecker, der halb unter dem Sofa liegt. Das Problem ist nicht nur die Optik. Staub sammelt sich auf den Kabeln, beim Saugen bleibt man hängen, und wer ein Gerät austauscht, muss erst den halben Kabelwald entwirren. Ein einzelner Kabelkanal, sauber im Lowboard verlegt, löst das ohne großen Aufwand.
Der entscheidende Schritt ist die Bündelung. Statt für Fernseher, Streaming-Box, Soundbar, Router und Spielekonsole jeweils eine eigene Leitung nach unten zu führen, laufen alle Zuleitungen in einem Kanal, der an der Rückwand des Möbels befestigt wird. Dafür eignen sich Kunststoffkanäle mit Klebeband oder Schraubmontage, je nach Material des Lowboards. Wichtig ist, den Kanal breit genug zu wählen: fünf bis sieben Kabel plus ein Reserveplatz sind keine Seltenheit. Wer sich unsicher ist, welche Verbindungen überhaupt nötig sind und welche das Möbel gar nicht mehr führen muss, findet unter weniger Kabel zum Fernseher eine brauchbare Übersicht, die vor dem Kauf des Kanals sortiert.
Bei der Verlegung selbst gibt es zwei Details, die später den Unterschied machen. Erstens: Strom und Daten getrennt führen, wenn möglich. Ein Kanal für die 230-Volt-Leitungen, ein zweiter für HDMI und LAN reduziert Störungen und macht spätere Änderungen übersichtlicher. Zweitens: Zugentlastung. Ein Kaltgerätestecker, der unter Spannung steht, rutscht irgendwann aus der Mehrfachsteckdose. Klettbänder oder Kabelbinder am Kanaleingang verhindern das. Wer ein TV-Board mit Schubladen hat, sollte den Kanal nicht quer durch den Stauraum legen, sondern an der Außenwand entlang.
Am Ende bleibt ein sichtbarer Kabelstrang statt sechs. Das klingt nach wenig, ändert aber den Alltag: Reinigen geht schneller, Umbauten dauern Minuten statt einer halben Stunde, und das Lowboard wirkt aufgeräumt, ohne dass man ein Möbelstück mit integrierter Kabelwanne kaufen muss. Ein Kanalsystem kostet zwischen zehn und dreißig Euro, je nach Länge und Querschnitt. Das ist deutlich günstiger als der übliche Reflex, einfach alles hinter dem Sofa verschwinden zu lassen.